Projekt FTraQ: File
Transfer Queue
Pflichtenheft zur Entwicklung
Stand: 2. November
2001
Bestandteil des Fachs
Softwaretechnik II, Prof. Knabe, MD6, TFH Berlin
Projektmitarbeiter: Andreas
Dribbusch - Alex Jasse - Erik Möller - Steffen Sauder - Martin
Wehner
Zusammenfassung:
FTraQ soll es Nutzern
erlauben, auf verschiedenen Plattformen Dateien von FTP-Servern
herunterzuladen, Transfers sinnvoll vorauszuplanen und
FTP-Serveradressen zu verwalten.
Dokumenthistorie:
26. Oktober
2001 |
erste
Version |
1. November
2001 |
weitere Ausarbeitung
einzelner Punkte |
2. November
2001 |
Fehlerkorrektur,
Erweiterung Punkt 4 |
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1. Zielbestimmung
1.1 Muss-, Wunsch- und
Könnte-Kriterien
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Muss-Kriterien |
Wunsch-Kriterien |
Könnte-Kriterien |
1) |
Up- und Download von Dateien
gemäß RFC 959 |
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2) |
gleichzeitige Verbindung zu mehreren
Servern |
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3) |
GUI mit Zwei-Fenster-Ansicht des lokalen
und des Remote-Verzeichnisses |
eingebaute Hilfefunktionen |
Drag and Drop, auch aus anderen
Anwendungen heraus |
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4) |
Lesezeichenbibliothek
- Funktionen: Hinzufügen,
Löschen, Ändern
- Felder: Name, Adresse, Port,
Login/Passwort oder anonym, Kommentare
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Lesezeichen kopieren,
exportieren |
Synchronisation von Lesezeichen mit
anderen Clients |
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5) |
Warteschlange für
Downloads |
Warteschlange sitzungsunabhängig,
Warteschlange nach Server filterbar |
Scheduler für
Warteschlange,
Warteschlange exportieren |
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6) |
Wiederaufnahme von abgebrochenen
Downloads |
Auto-Reconnect bei serverseitigem
Verbindungsabbruch, Wiederaufnahme von Downloads auf verschiedenen
Client-Betriebssystemen. |
Wiederaufnahme von Downloads auf
verschiedenen Servern |
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7) |
rekursiver Verzeichnistransfer |
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8) |
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Quick-Connect durch Eingabe einer
gültigen URL |
Quick Connect durch Auswertung der
Zwischenablage |
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9) |
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FTP-Befehlskonsole |
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10) |
Navigation mit Backtracking |
Verzeichnis-Cache zum Navigieren auf dem
Server |
intelligent vorausladender
Cache |
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11) |
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Löschen, Umbenennen von
Dateien |
Ändern von
Datei-Attributen |
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12) |
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eingebauter Texteditor zum Editieren von
Dateien auf dem Server |
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13) |
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segmentierte Downloads von großen
Dateien |
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14) |
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Verzeichnis-Synchronisation |
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1.2 Abgrenzungskriterien
FTraQ ist ein genereller FTP-Client und grenzt sich damit von
bestimmten FTP-Anwendungen ab:
- kein FXP (Server-to-Server-Transfer)
- kein "Spezialist" für nicht standardkonforme Server
- keine Betriebssystem-Integration (Aufbau der
Internetverbindung, Einbindung in Windows-Explorer)
- keine interne Anzeige von Datei-Inhalten
- keine Server-Funktionen
2. Einsatz
2.1 Anwendungsbereiche
FTP-Clients werden überall dort eingesetzt, wo es um die
effiziente Übertragung und Synchronisation von Dateien geht.
Das gilt für Firmendaten genauso wie für
wissenschaftliche Daten, für die Administration von Webseiten
sie für private und öffentliche Datei-Archive: FTP ist
ein international verwendeter Standard. Alleinstellungsmerkmal von
FTraQ gegenüber existierenden Clients ist die
Plattformunabhängigkeit, die seinen Einsatz in heterogenen
Systemumgebungen erlaubt, ohne dass dafür Daten wie
Konfiguration und Sitzungsdaten bei jedem Betriebssystem-Wechsel
konvertiert oder angepasst werden müssten.
2.2 Zielgruppe
FTraQ richtet sich an eine Teilmenge von Studenten, Webmastern,
Firmenmitarbeitern, Administratoren, Wissenschaftlern und
Privatpersonen, die über FTP-Grundkenntnisse verfügt und
einen unkomplizierten FTP-Client für die tägliche Nutzung
benötigt. Dies gilt besonders für Nutzer, die in
heterogenen Umgebungen arbeiten.
2.3 Betriebsbedingungen
Damit FTraQ funktioniert, ist es notwendig, dass der Nutzer
über eine funktionierende Verbindung zum Internet oder
Intranet verfügt, die bei Bedarf auch vom Betriebssystem neu
aufgebaut wird. FTraQ darf keine Überwachung durch den
Benutzer voraussetzen, sondern muss auch längere
Warteschlangen vollautomatisch abarbeiten. Typischerweise wird die
Dauer einer FTP-Sitzung im Bereich von 5 Minuten bis 2 Stunden
liegen, in Ausnahmefällen auch deutlich mehr, doch ein
Vollzeit-Betrieb ist sehr unwahrscheinlich.
3. Umgebung
3.1 Software
FTraQ setzt eine Java Virtual Machine (JVM) von der Version 1.31
oder größer voraus. Prinzipiell sollte der Client auf
allen Betriebssystemen mit der entsprechenden JVM lauffähig
sein, realistisch getestet werden kann er jedoch nur auf den drei
Plattformen Windows, Linux und MacOS. FTraQ greift auf externe
Java-Bibliotheken zu:
- eine XML-Parsing-Bibliothek für Konfigurationsdateien,
Sitzungsdaten, Lesezeichen usf. (z.B. Xerces)
- evtl. eine Bibliothek für Protokollierungsfunktionen (z.B.
JLog)
3.2 Hardware
FTraQ setzt ein System voraus, das in der Lage ist, mittelkomplexe
Java-Swing-Anwendungen in annehmbarer Geschwindigkeit
auszuführen. Dafür ist eine äquivalente
Rechneleistung etwa zu einem P350-System mit 128 MB RAM das
Minimum. Mindestens 20 MB Festplattenspeicher sollten frei sein,
damit neben dem Programm bei Bedarf auch das Java Runtime
Environment (JRE) installiert werden kann. Für den Download
von Dateien ist natürlich entsprechend mehr freier
Festplattenspeicher erforderlich.
3.3 Orgware
In einer heterogenen Umgebung sollte FTraQ so eingerichtet werden,
dass gemeinsam verwaltete Daten auch von allen Betriebssystemen
nutzbar sind. Bei der Verwendung durch mehrere User kann ein
Systemadministrator dafür sorgen, dass jeder Nutzer ein
bestimmtes Konfigurationsprofil erhält, so dass z.B. bestimmte
Lesezeichen zur Standardkonfiguration gehören. Es ist darauf
zu achten, dass entweder Client oder Server, nicht jedoch beide,
sich hinter einer Firewall bzw. einem Network Address Translator
(NAT) befinden dürfen.
4. Funktionalität
4.1 Bibliotheksabläufe
1) Öffnen des Bibliotheks-Fensters: Der Benutzer
öffnet das Biblio.-Fenster über einen Menüeintrag
oder über das Klicken eines Buttons auf der Toolbar und
bekommt darin eine hierarchisch organisierte Liste der
Einträge präsentiert sowie eine Buttonleiste, die ihm die
Funktionen "Hinzufügen", "Löschen", "Ändern",
"Import", "Export" sowie "Verbinden" zugänglich macht.
2 a) Hinzufügen eines Eintrages über das
Bibliotheksfenster: Klickt der Benutzer auf den "Hinzufügen"
Knopf, öffnet sich eine modaler Dialog in dem er die
Eigenschaften des zu erstellenden Eintrages eingibt. Nach
betätigen des "OK" Buttons wird der Dialog geschlossen und der
Eintrag erzeugt.
2 b) Hinzufügen eines Eintrages über ein Menü:
Besteht bereits eine Verbindung zu einem Server, übernimmt der
Benutzer über ein Menü die Eigenschaften (host, port,
user, pass?, remote/local dir) der aktuellen Verbindung in die
Bibliotheksliste. Ein modaler Dialog fragt nach dem Namen des zu
erzeugenden Eintrages. Nach erfolgter Eingabe wird der Eintrag
erzeugt.
3) Löschen eines Eintrages: Der Benutzer wählt einen
oder mehrere Einträge in der Bibliotheksliste aus und
betätigt den "Löschen" Button. Ein modaler Dialog fragt,
ob der/die Einträge wirklich gelöscht werden sollen. Nach
erfolgter Bestätigung werden die Einträge aus der
Bibliothek entfernt.
4) Ändern eines Eintrages: Der Benutzer wählt einen
Eintrag in der Bibliotheksliste aus und betätigt den
"Ändern" Button. Ein Dialog öffnet sich, in dem die
Eigenschaften des Eintrages angezeigt werden. Der Benutzer editiert
die gewünschten Eigenschaften und bestätigt diese durch
Betätigung des "OK" Buttons. Klickt er auf "Cancel" werden die
Änderungen verworfen.
5) Import von Bibliothekseinträgen: Der Benutzer
drückt den "Import" Knopf, woraufhin ihn ein modaler Dialog
nach dem Client fragt, dessen Bibliothek man importieren will.
Nachdem der Benutzer den gewünschten Client ausgewählt
hat, öffnet sich ein Dateidialog, in dem der Benutzer die
Bibliotheksdatei auswählt. Ein Dialog informiert den Benutzer
über den Erfolg der Operation und die Zahl der importierten
Einträge.
6) Export von Bibliothekseinträgen: Der Benutzer
drückt den "Export"-Knopf, woraufhin ihn ein modaler Dialog
nach dem Client fragt, in dessen Bibliotheksformat man exportieren
möchte. Nachdem der Benutzer den gewünschten Client
ausgewählt hat, öffnet sich ein Dateidialog, in dem der
Benutzer das Verzeichnis auswählt, in dem die Bibliotheksdatei
erzeugt werden soll (der Filename ist durch den Client vorgegeben).
Ein Dialog informiert den Benutzer über den Erfolg der
Operation und die Zahl der exportierten Einträge.
4.2. Dateiübertragungsabläufe
1) Sofort-Transfer: Der Nutzer wählt mit Maus oder Tastatur
eine oder mehrere Datei(en) auf seinem System oder dem Server an
und zieht diese mit der Maus ins gegenüberliegende Fenster
oder drückt die entsprechende Tastenkombination.
Standardschritt Q1 wird durchgeführt. Der Transfer wird sofort
gestartet, sofern nicht bereits ein Transfer im Gange ist.
2) Queue-Transfer: Der Nutzer wählt mit Maus oder Tastatur
eine oder mehrere Datei(en) auf seinem System oder dem Server an
und zieht diese mit der Maus in die Warteschlange oder drückt
die entsprechende Tastenkombination. Standardschritt Q1 wird
durchgeführt. Das Programm startet die Übertragung,
sobald der Nutzer die Funktion "Warteschlange übertragen"
auswählt.
3) Datenübertragung: Der Nutzer hat eine Übertragung
gestartet. Die Datei wird gemäß RFC 959 übertragen,
dabei wird in der Statuszeile der Übertragungsstatus (Bytes,
Prozent, Zeit) angezeigt. Eine Navigation auf dem Client sowie die
Benutzung der Warteschlange sind weiterhin möglich, eine
Navigation auf dem Server ist während der Übertragung
nicht mehr möglich (oder nur noch im Cache). Die
Transfer-Start-Funktion wird für die Dauer des Transfers
deaktiviert. Wird der Transfer durch den Server unterbrochen, wird
Standardschritt A1 durchgeführt. Ist A1 erfolgreich, wird der
Transfer automatisch wieder aufgenommen.
4) Wiederaufnahme: Der Nutzer möchte einen abgebrochenen
Download von einer vergangenen Sitzung wieder aufnehmen. Die
dazugehörigen Einträge befinden sich in der
Warteschlange. Sind unerwünschte Einträge enthalten, kann
die Warteschlange nach einer bestimmten Serveradresse gefiltert
werden. Der Nutzer wählt nun die Funktion "Warteschlange
übertragen" aus. Der Client stellt ggf. eine Verbindung zum
Server her (gelingt dies nicht, wird Standardschritt A1
durchgeführt). Die Dateiposition wird der
Dateigröße auf dem Client sowie der Größe auf
dem Server entnommen, weiterhin wird geprüft, ob die
Größe der Datei auf dem Server und die Größe
der Datei in der Warteschlange identisch sind. Sind sie es nicht,
wird eine Fehlermeldung ausgeben, ansonsten wird die
Übertragung an der richtigen Stelle wieder aufgenommen.
5) Queue verwalten: Der Nutzer kann die Queue mit Tasten sowie
Toolbar-Buttons oder Menü-Einträgen leeren, filtern oder
einzelne Einträge löschen. Diese erweiterten Funktionen
sind nur aufrufbar, wenn kein Transfer im Gange ist.
4.3 Arbeitsläufe in heterogenen Systemumgebungen
1) Erster Programmstart auf neuem Rechner / Betriebssystem: Wird
das Programm zum ersten Mal unter neuer Umgebung gestartet,
öffnet sich ein Dialogfeld, in dem der Benutzer einstellen
kann, ob und von wo er seine Voreinstellungen, Bookmark-Bibliothek
und Transfer-Queue laden möchte. Als Optionen stehen ihm die
Angabe eines lokalen (oder NFS-) Verzeichnisses oder das
Importieren von einer FTP/HTTP-URL zur Verfügung.
Außerdem kann der Benutzer wenn nötig eine Tabelle
anlegen, in dem er die betriebssystemspezifischen
Laufwerksbuchstaben/Partitionsnamen von oft benötigten
Partitionen angibt. (z.B. Windows-Laufwerk C: entspricht
Linux-Verzeichnis /mnt/win_c)
2) Fortsetzung einer Sitzung unter anderem Betriebssystem: Wenn
das Programm beim Start eine Transfer-Queue vorfindet, die unter
einem anderen Betriebssystem erstellt wurde, versucht das Programm
automatisch die lokalen Verzeichnisnamen aller Einträge auf
das neue Betriebssystem umzusetzen (mit Hilfe der bei 1 erstellten
Tabelle). Gelingt dies nicht, wird der Benutzer aufgefordert, die
Partitionsnamen/Verzeichnis-Zuordnungs-Tabelle zu ergänzen.
Danach wird der Transfer aller Transfer-Queue-Einträge dessen
lokaler Verzeichnisname unter diesem OS bekannt ist fortgesetzt,
die anderen werden in der Transfer-Queue als derzeit nicht
durchführbar gekennzeichnet.
3) Exportieren des persönlichen Profils auf einen
FTP-Account: Wenn der Benutzer sein persönliches Profil
(Einstellungen, Bookmark-Bibliothek und evtl. Transfer-Queue) auch
außerhalb seines lokalen Netzwerks zur Verfügung haben
will, kann er über einen Menüpunkt den Export seines
Profils auf einen FTP-Server durchführen. In einem Dialog gibt
er Servername, Benutzername, Passwort und Verzeichnisname ein. Das
Programm lädt die benötigten Profildaten automatisch
hoch.
4.4 Arbeiten mit Dateien
1) Löschen von Dateien: Sofern die entsprechende
Berechtigung existiert, kann der Benutzer lokale oder
Server-Dateien mit der Maus oder dem Keyboard löschen. Wegen
Plattformunterschieden bei "Papierkörben" ist das Löschen
auf dem Client endgültig. Verzeichnisse werden rekursiv
gelöscht. In beiden Fällen erfolgt eine
Sicherheitsabfrage.
2) Umbenennen von Dateien: Der Nutzer kann einzelne Dateien
umbenennen. Sind mehrere Dateien angewählt, erscheint eine
Abfrage, die mehrere Optionen bietet: alle Dateien Upper Case, alle
Dateien Lower Case, alle Dateien First Character Upper Case.
3) Ändern von Dateiattributen: Der Nutzer kann erweiterte
Dateiattribute (read, write, execute) auf dem Server ändern,
werden, sofern dieser die Funktion unterstützt und die
entsprechende Berechtigung vorhanden ist.
4.5 Navigationsabläufe
Nachdem eine Verbindung zu einem Server hergestellt wurde,
präsentiert das Programm dem Benutzer eine 2-Fenster-Ansicht.
Hierbei repräsentiert das 1. Fenster die lokale
Verzeichnisstruktur, das 2. hingegen die Verzeichnisstruktur des
Servers(Remote-Fenster). Über den 2 Fenstern erscheint je 1
Adressleiste, die den absoluten Pfad des angezeigten Verzeichnisses
enthält. Die Visualisierung der Verzeichnisinhalte erfolgt
mittels Icons, die es dem Benutzer erleichtern, zwischen Dateien
und Verzeichnissen zu unterscheiden. An oberster Stelle erscheint
ein Icon, das das nächsthöherliegende Verzeichnis
repräsentiert (sofern dieses existiert).
In diesen Verzeichnisstrukturen kann der Benutzer nun
folgendermaßen navigieren:
1) Direkte Eingabe eines Verzeichnisses: Enthält die
eingegebene (bzw. aus der Bibliothek/Zwischenablage geholte) URL
bereits eine Pfadangabe zu einem Verzeichnis, so wird dessen Inhalt
direkt vom Server abgerufen und angezeigt; ansonsten der Inhalt des
Wuzelverzeichnisses. Weiterhin hat der Benutzer auch bei
bestehender Verbindung die Möglichkeit, einen Pfad in der
Adressleiste anzugeben, der dann direkt abgerufen und angezeigt
wird. (Existiert der Pfad nicht, wird eine Fehlermeldung
ausgegeben.)
2) Visuelle Navigation: Da im Allgemeinen die
Verzeichnisstruktur eines FTP-Servers nicht bekannt ist, hat der
Benutzer nur die Möglichkeit, mittels Mausklicks zwischen den
Verzeichnissen zu navigieren. Hierzu wird im einfachsten Fall ein
Verzeichnis doppelt angeklickt, dessen Inhalt daraufhin abgerufen
und angezeigt wird. Es existieren auch analoge Tastenkombinationen.
Weiterhin führt der Druck einer Taste zu einer Schnellsuche
nach dem ersten passenden Datei-/Verzeichnisnamen. Folgt darauf
innerhalb eines gegebenen Tastendrucks ein weiterer, wird die
Schnellsuche weiter eingeschränkt, usw. Der erste passende
Treffer wird jeweils angezeigt.
3) Navigations-Buttons: Dem Benutzer werden drei Buttons "Back",
"Forward" und "/" bereitgestellt, die es ihm ermöglichen,
schnell zu Verzeichnissen zurückzufinden, die er sich bereits
angeschaut hat. Die Back/Forward-Buttons funktionieren analog zum
Browser-Backtracking. Der "/"-Button hingegen ruft wieder das
Wurzel-Verzeichnis der Servers ab und zeigt dieses an, sodaß
der Benutzer wieder auf oberster Ebene anfangen kann, falls er sich
im Verzeichnisbaum "verirrt" hat.
4.6. Erweiterte Funktionen
1) Quick-Connect: Der Nutzer gibt die FTP-Adresse im
"Quick-Connect" Eingabefeld ein. Standardschritt A1 wird
ausgeführt.
2) Clipboard: Der Nutzer kopiert eine FTP-URL in die
Zwischenablage (evtl.). Dieses wird regelmäßig vom
Programm abgefragt. Befindet sich darin eine gültige FTP-URL,
wird Standardschritt A1 ausgeführt.
3) FTP-Konsole: Der Nutzer kann ein Konsolenfenster öffnen,
das ihm die direkte Eingabe von Befehlen auf dem Server erlaubt.
Damit ist jedoch keine Steuerung der Programmfunktionen
möglich, die Konsole dient lediglich administrativen
Zwecken.
4) Verzeichniscache / vorausladender Cache: Der Inhalt von
Verzeichnissen wird mit einem Timestamp dem lokalen Cache
hinzugefügt. Wird das entsprechende Verzeichnis innerhalb
eines gegebenen Zeitraums erneut aufgerufen, wird die Liste der
Dateien aus dem Cache geholt, was im Fenster kenntlich gemacht
werden sollte ("Cached copy from .."). Bei einer längeren
Idle-Zeit beginnt der Client, im Hintergrund Verzeichnisse zu
wechseln und diese dem Cache hinzuzüfgen. Wird die Idle-Zeit
unterbrochen, wird sofort wieder in das alte Verzeichnis
gewechselt.
5) Eingebauter Texteditor: Ist eine einzelne Datei auf dem
Server ausgewählt, kann diese mit einem internen Editor
bearbeitet werden. Sobald der Benutzer sich entscheidet, die
Änderungen zu übernehmen, wird die Datei aus dem Speicher
auf den Server geladen. Eine Speicherfunktion für den
Client-Rechner ist nicht im Editor enthalten.
4.7 Standardschritte:
Q1: Hinzufügen von Dateien zur Warteschlange: Die
ausgewählten Dateien werden der Warteschlange
hinzugefügt. Wenn die Auswahl Verzeichnisse enthält,
werden diese rekursiv ausgewertet, d.h. alle enthaltenen Dateien
und in Unterverzeichnissen enthaltenen Dateien werden ebenfalls der
Warteschlange hinzugefügt. Neben Name, Größe,
Quell- und Ziel-Verzeichnis enthält die Warteschlange
Informationen über den dazugehörigen Server.
A1: Connect: Der Client bemüht sich innerhalb gegebener
Intervalle eine gegebene Zahl von Versuchen um einen
(Wieder-)Aufbau der Verbindung zum gegebenen Server mit den
gegebenen Parametern (Username, Passwort, Port). Bleibt der Erfolg
aus, wird der Benutzer gefragt, ob das Programm weiterhin versuchen
soll, den Server zu kontaktieren.
5. Daten
Vorgesehen sind folgende quantitativen Rahmenbedingungen:
- Bookmark-Bibliothek mit mindestens bis zu 500
Einträgen
- Warteschlange mit mindestens bis zu 5000 Datei-Einträgen
bzw. 500 Verzeichnis-Einträgen
- Verbindung zu theoretisch unbegrenzt vielen Servern
gleichzeitig, praktisch durch Hauptspeicher begrenzt
- Verzeichnistiefe mindestens bis 25
- mindestens bis zu 1000 Dateien pro Verzeichnis
6. Leistungen
Die folgenden Leistungsmerkmale müssen erreicht werden:
- Erststart des Programms in max. 30 Sekunden
- Hinzufügen von Dateien zur Warteschlange max. 0,1 Sekunden
pro Datei, Sockel-Max. 1 Sek.
- Zeit von Auswahl eines Lesezeichens bis zur Anzeige des
Connect-Status max. 2 Sekunden
- max. 2 Sekunden Verzögerungszeit durch das Programm pro
FTP-Vorgang (z.B. bei Anzeige des Verzeichnisinhaltes)
- aufwendigster Bookmark-Bibliothekszugriff max. 5 Sekunden
7. Benutzeroberfläche
Das prinzipielle Layout des Programms ist simpel: Das
Programmfenster ist in verschiedene Bereiche unterteilt, wobei
dominant die Zwei-Fenster-Ansicht des lokalen und des
Server-Verzeichnisses hervortritt. Unter- oder oderhalb dieser
Ansicht befindet sich die (ausblendbare) Warteschlange, oberhalb
befinden sich Programm- und Navigations-Funktionen. Die
Bookmark-Bibliothek ist entweder als neues Fenster zu
implementieren oder in Form einer Karteikarten-Ansicht ("Tab").
Großer Wert wird bei der Gestaltung der
Benutzeroberfläche auf die zeitliche Reduzierung
routinemäßiger Bedienabläufe gelegt:
- Alle wesentlichen Funktionen müssen mit Tasten-Shortcuts
erreichbar sein, wobei manche Funktionen (z.B. "Datei
übertragen") mehrere Shortcuts benötigen
- Die entsprechenden Shortcuts sollten auf mehrerlei Art und
Weise auffindbar (Hilfe-Menü, neben Menüeinträgen,
F1, Fragezeichen-Button, usf.) sein
- Programmintern sollten verschiedene Drag- und Drop-Operationen
möglich sein, wozu der direkte Transfer (Drag vom
Remote-Fenster in das Lokal-Fenster und umgekehrt) sowie der
Warteschlangen-Transfer (Drag vom Remote- oder Lokal-Fenster in die
Warteschlange) gehören
- Die Warteschlange sollte sich über einen eindeutig
plazierten Button leeren lassen
- Mehrfachauswahl sollte unproblematisch auf verschiedene Art und
Weise möglich sein (z.B. Shift- oder Control-Auswahl)
- Neben einer Symbolleiste sollten Dateifunktionen auch über
ein Kontextmenü erreichbar sein
Wichtig ist bei der Verwaltung von Dateien auch die
Übersichtlichkeit der Darstellung:
- Die verschiedenen Tabellen sollten sich bequem sortieren
lassen.
- Sofern die Fensterbreite nicht ausreichend ist, müssen
erweiterte Dateinformation mit einem Tastendruck schnell
bereitgestellt werden. Die angezeigten Felder müssen sich
auswählen lassen.
- Der Bildschirm sollte in nicht mehr als drei oder vier
Fensterteile zerlegt sein.
- Evtl. kann mit Farben oder Schriftstilen zwischen Dateien und
Verzeichnissen unterschieden werden
- Sofern Synchronisations-Funktionen implementiert werden,
sollten diese ebf. mit Farbcodes arbeiten (Vergleich Datei-neu vs.
Datei-alt vs. Datei-fehlend)
- Eventuell wären Darstellungsfilter möglich
(Ausblendung bestimmter Dateien/Verzeichnisse).
Bei komplexen Dateisystemhierarchien ist weiterhin ein schnelles
Navigationssystem erforderlich:
- Der Nutzer muss in der Lage sein, seine Schritte auf
verschiedene Arten nachzuvollziehen (Backtracking)
- Ein direkter Zugriff auf Verzeichnisse über manuelle
Eingabe sollte möglich sein
- Häufig oder zuletzt angewählte Verzeichnisse sollten
über ein Spezialmenü schnell zugreifbar sein
- Der Druck einzelner Tasten sollte eine Annäherungssuche
nach der entsprechenden Datei in der derzeit gewählten Ansicht
durchführen und die Auswahl entsprechend anpassen.
8. Qualitätsziele
Wesentliches Ziel ist die Schnelligkeit und Effizienz des
Programms, auf die insbesondere mit Java/Swing geachtet werden
muss: Der Ressourcenverbrauch sollte schonend sein. Die
Erweiterbarkeit des Programms muss gewährleistet sein, und die
Stabilität muss für den semiprofessionellen Einsatz
ausreichend sein. |